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Veranstaltungsreihe Klimagerechtigkeit gestartet

Heute startet unsere gemeinsame Veranstaltungsreihe „Klimagerechtigkeit“ ins zweite Jahr.

Die Übersicht über alle Veranstaltungen mit einer detaillierten Beschreibung der einzelnen Veranstaltungen und der Anmelde- und Teilnahmemöglichkeiten findet sich hier im flyer:

Klimagerechtigkeit: hier und JETZT! Veranstaltungsprogramm 2021/1 (yumpu.com)

Mit diesem aktuellen Bildungs- und Vernetzungsprojekt, an dem das Informationsbüro Nicaragua beteiligt ist, möchten wir neben inhaltlichen Impulsen über Wirkungszusammenhänge insbesondere konkrete Möglichkeiten aufzeigen, wie wir als Bürger*innen Veränderung für eine nachhaltige Stadtgestaltung und demokratische Transformation ermöglichen können. Es werden praxisrelevante Lösungswege und Best-Practices aufgegriffen sowie Austauschmöglichkeiten mit Expert*innen und Entscheidungsträger*innen ermöglicht.
Die Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr und werden digital durchgeführt. Aktuelle Infos und Anmeldemöglichkeiten

14.04.2021: Das 1,5 Grad-Ziel – Wie werden Kommunen Klima- und global gerecht?
Um das 1,5°-Ziel des Welt-Klimaschutz-Abkommen zu erreichen, kann nicht mehr nur über Strategien und Konzepte geredet werden, sondern es muss auch auf allen Ebenen gehandelt werden. Wie wichtig ist dabei die Kommunalverwaltung? Welche Rolle kann sie und will sie spielen? Wie kann das Verhältnis zwischen Bürger*innen und Verwaltung in der sozial-ökologischen Transformation gestaltet werden? Diese und weitere Fragen wollen wir mit dem Wuppertaler Dezernenten u.a. für Stadtentwicklung, Klimaschutz, Wirtschaft und Bauen, Arno Minas und Moritz Pfeiffer von Germanzero – aktiv für 1,5° Klimaplan, Solarpflicht, Bürgerräte – diskutieren. Dabei knüpfen wir an Teilnehmer*in-Befragungen an, die bereits in anderen Veranstaltungen erfolgten und beteiligen das Publikum an der Entwicklung von Akteur*innen-Koalitionen und Handlungsoptionen, um das Ziel der Klimagerechtigkeit auf kommunaler Ebene gemeinsam umzusetzen.

Referent*innen:
Arno Minas, ist Dezernent für Stadtentwicklung, Klimaschutz, Wirtschaft, Bauen und Recht der Stadt Wuppertal.
Moritz Pfeiffer, engagiert sich bei Germanzero für die Erreichung des 1,5° Ziels, Energiewende und für mehr Beteiligung durch Bürger*innen-Räte.

28.04.2021: Biodiversität – Artenschutz
Leben innerhalb der planetaren Grenzen ist erstrebenswert und für uns alle überlebenswichtig. Flora und Fauna wie Pilze und Mikroorganismen reinigen unsere Schutzgüter Luft und Wasser, dienen als Nahrung, bringen Heilung, schaffen fruchtbare Böden sowie angenehmes Klima. Darauf richtet die Volksinitiative Artenvielfalt der NRW-Umweltverbände ihren Blick und formuliert klare Forderungen an den NRW-Landtag. Ihre Unterschriftensammlung läuft noch bis Juni.
In der Veranstaltung wird es um Fragen zur praktischen Umsetzung des Artenschutzes im Tal der Wupper gehen: Wie schaffen wir es, den dramatisch fortschreitenden Biodiversitätsverlust einzudämmen und biologische Artenvielfalt zu erhalten? Und warum ist dieser Reichtum einer intakten Natur so wichtig für uns? Wie gelingt Artenschutz im Sinne der NRW-Volksinitiative auf kommunaler Ebene?  

Diese und weitere Fragen wollen wir unseren Gästen diskutieren:
Herr Klein, ist Geschäftsbereichsleiter Technik / Flussgebietsmanagement beim Wupperverband
Frau Mürkens, ist Leiterin Kläranlagen und Artenschutz beim Wupperverband
N.N. Verantwortlicher für Stadtentwicklung, der Stadt Wuppertal 
Beate Petersen, ist Vorständin der BUND-Kreisgruppe Wuppertal 

12.05.2021: Klimaschutz – Klimagerechtigkeit – Bürger*innenräte
Die Klimawende gilt als eine „gesamtgesellschaftliche Gestaltungsaufgabe“. Darin drückt sich aus, dass sie nicht allein von den Verwaltungen, den Energieversorgern und den ingenieurtechnischen Entwickler*innen umgesetzt werden kann. Erforderlich ist, dass die Klimawende bei allen Menschen, ihren Haushalten und ihrer Lebenswelt ansetzt. Energieverbrauch, Mobilität und auch Lebensführung werden erhebliche Veränderungen erfahren. Damit sind zugleich erhebliche Eingriffe in die Gewohnheiten und die liebgewonnenen Routinen verbunden.
Es stellt sich deshalb die dringliche Frage – jenseits der abstrakten Befürwortung der „Energiewende im Allgemeinen“ – wie sich auch deren konkrete Umsetzung gerecht und akzeptabel gestalten lässt? Welche Rolle kann dabei eine Bürger*innenbeteiligung spielen, die die Menschen selbst zu (Mit)Gestaltern dieser Entwicklung werden lässt?

Referent*innen:
Prof. Dr. phil. Hans J. Lietzmann, ist Soziologe, Jurist; Lehrstuhlinhaber für Politikwissenschaft an der Bergischen Universität in Wuppertal und Direktor des Instituts für Demokratie- & Partizipationsforschung [IDPF]. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren in Berlin, Cambridge/ MA, Neu Delhi, Addis Abeba, Karthoum. Zahlreiche Forschungen zu Demokratie, Partizipationsverfahren, zur Europa- und Rechtsstaatspolitik.
Nora Freier ist Sozialwissenschaftlerin und wiss. Mitarbeiterin am Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung (IDPF) an der Bergischen Universität Wuppertal. In der Forschung und Lehre beschäftigt sie sich mit der Analyse politischer Gesellschaft und aktueller Grundprobleme. Partizipation, Repräsentation, Narrative und Emotionen bilden dabei die Schwerpunkte.

26.05.2021: Klima- und globalgerechte Kommunen. Den Wandel erfolgreich gestalten
Daseinsvorsorge, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Migration – Themen, die alle Kommunen umtreiben. Sie hängen eng mit Entwicklungen in der Welt zusammen. Denn was vor Ort entschieden wird, hat Auswirkungen über die Stadtgrenzen hinaus. Immer mehr Kommunen haben dies erkannt und möchten globale Verantwortung übernehmen.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben in Solingen einen hohen Stellenwert. Die Klingenstadt hat bereits seit 2016 eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, für eine enkeltaugliche Zukunft. Und Wuppertal? Auch hier werden vielfältige Maßnahmen zum Klimaschutz initiiert. Eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie gibt es bisher jedoch nicht.
In der Online-Veranstaltung wollen wir versuchen zu klären, wie kann eine Nachhaltigkeitsstrategie den Wandel in Wuppertal noch stärker voranbringen? Welche Erfahrungen hat Solingen gemacht und wie kann Wuppertal daraus lernen? Wie sehen Zukunftsperspektiven für ein klima- und globalgerechtes Wuppertal aus? Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Referent*innen und Gästen diskutieren.

Referent:innen:
Carlo Schick, ist Koordinator des Projekts „Global Nachhaltige Kommune in NRW (GNK NRW)“ bei der LAG 21, das NRW-Kommunen bei der Strategieerarbeitung für eine global nachhaltige Entwicklung –  im Kontext der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung und der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) – begleitet.
Ariane Bischoff, ist Leiterin der Stabstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz des OB der Stadt Solingen und in Ihrer Funktion maßgeblich an der Erstellung der Solinger Nachhaltigkeitsstrategie beteiligt. Sie arbeitet nun daran, Nachhaltigkeit als Grundhaltung und Kernaufgabe in der Stadtverwaltung und in der Stadtgesellschaft weiter zu verankern sowie die Umsetzungsaktivitäten erheblich zu verstärken.
Andrea Stamm, ist Leiterin der Koordinierungsstelle Klimaschutz der Stadtverwaltung Wuppertal

09.06.2021: Klimagerechtigkeit geht nur mit Handels- und Ressourcengerechtigkeit
Die derzeitige Handelspolitik gefährdet in vielen Fällen ambitionierten Umwelt- und Klimaschutz. Sie erleichtet den Handel mit klimaschädlichen Produkten und gibt Unternehmen Werkzeuge an die Hand, um gegen Umweltpolitik vorzugehen. Doch gleichzeitig existieren eine Vielzahl von Vorschlägen, wie Handelsverträge ausgestaltet werden können, um Umwelt- und Klimaschutz zu fördern. Wie könnten Handelsverträge aussehen, die die Umsetzung multilateraler Umweltabkommen unterstützen? Wie kann Ausbreitung klimafreundlicher Technologien vorangebracht werden? Gilt mehr internationaler Handel grundsätzlich als wünschenswert?
Damit Umwelt- und Klimaschutz gelingen kann, ist die Öffnung der Handelspolitik für gesellschaftliche Interessen jenseits der einflussreichen Wirtschaftsverbände notwendig. Der Bürgerantrag für eine ökofaire Textilbeschaffung in Wuppertal und die Kampagne für ein starkes Lieferkettengesetz sind Beispiele hierfür.
Im Gespräch mit unseren Gästen Theresa Österwinter (Wuppertal, Wirtschaftsförderung 4.0); Stephan Bongwald (Zukunftskreis Nachhaltigkeit hoch 3); Junaid Khalid (Firma Dieckhoff Textil) und Peter Schaumberger (GEPA, Mitglied des IHK Parlaments) wollen wir diskutieren, wie die Stadt Unternehmen in regionalen Kreisläufen und lokale Initiativen unterstützt, was für die Unternehmen Nachhaltigkeit und menschenrechtliche, soziale und ökologische Verantwortung bedeutet und welche Ideen, Aktivitäten und Maßnahmen es bereits gibt.

Referent*innen
Fabian Flues, kommt aus Wuppertal und arbeitet bei PowerShift Berlin zu Handels- und Investitionspolitik und beschäftigt sich dabei vor allem mit dem Zusammenhang von Handel, Rohstoffabbau und-verarbeitung und Umweltschutz. Vor seinem Engagement bei PowerShift hat er unter anderem bei Friends of the Earth in Brüssel gearbeitet.

07.07.2021: Ökosozialer, wirtschaftlicher und interkultureller Pakt des Südens
Mehr als 70 Organisationen aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern haben aus der Dringlichkeit während der Corona-Pandemie heraus reagiert und auf die ungleiche Betroffenheit der Bevölkerung, die fortgesetzte Konzentration von Kapital und Reichtum sowie die Zerstörung der Ökosysteme aufmerksam gemacht. Sie rufen dazu auf, einen neuen kollektiven Horizont für die notwendige Transformation zu schaffen und sich gemeinsam für ein würdiges Leben nach der Pandemie, einen ökosozialen, wirtschaftlichen und interkulturellen Pakt des Südens einzusetzten.
Während unsere Zukunft auf dem Spiel steht, nutzen alte und neue Machtgruppen die Krise, um bei der „Rückkehr zur Normalität“ oder durch „das neue Normal“ zu profitieren. Gleichzeitig gibt es auch enorme Chancen für Veränderungen, um eine Zukunft aus der Sorge um das Leben aufzubauen, und nicht von und für das Kapital zu leben. Soziale Bewegungen, territoriale, gewerkschaftliche und nachbarschaftliche Organisationen, Gemeinschaften und Netzwerke, die sich der Transformation verschrieben haben, sind aufgerufen, das Gleichgewicht der Macht zu verändern. Durch Volksbefragung, Gesetzesvorschläge oder andere Strategien können Veränderungen in den bestehenden Institutionen von einer organisierten und mobilisierten Gesellschaft durchgesetzen werden.
In der Veranstaltung werden die Ziele und Forderungen des Pakts des Südens vorgestellt und die vorgeschlagenen Strategien diskutiert. Außerdem Stellen wir einen Bezug zu uns als Akteur*innen im Globalen Norden her: Was können wir im globalen Norden daraus lernen? Und wie können wir uns beteiligen?
Nach einer inhaltlichen Einführung durch Maristella Svampa, einer der Mitbegründer*innen des „Pakts des Südens“ wollen wir mit Euch diskutieren, was wir aus diesem Praxisbeispiel lernen und wie wir uns besser vernetzen können.

Referent*innen
Maristella Svampa, ist Argentinierin, Soziologin, Feministin und Mitbegründerin des Paktes. Ihre Einführung und Diskussionsbeiträge wird sie in Ihrer Muttersprache Spanisch halten. Es wird eine Übersetzung ins Deutsche geben.