Menü Schließen

Bildungs- und Vernetzungsprojekt „Demokratische Partizipation und sozialökologische Transformation“ mit ersten Ergebnissen

Das Projekt will die nötigen Kompetenzen und Strukturen schaffen für eine engagierte Zivilgesellschaft im Bergischen Land. Mit Kompetenzen sind die Themen und Fragestellungen gemeint, die eine sozialökologische Transformation hin zu einer nachhaltigen, also klima- und ressourcengerechten und zugleich demokratischen Gesellschaft ausmachen.

Die Bildungsprojekte „Wer, wenn nicht Wir und wann, wenn nicht Jetzt? – Klima- und Ressourcengerechtigkeit global denken und lokal handeln, JETZT!“ in 2020 und „Klimagerechtigkeit – machen wir hier und JETZT!“ in 2021 haben gezeigt, dass Klimapolitik in Wuppertal viele Menschen (jeglichen Alters!) bewegt und dass sich viele Akteur*innen mit den unterschiedlichsten demokratischen Mitteln für eine bessere Welt einsetzen wollen. In gut zwei Dutzend Einzelveranstaltungen wurden Multiplikator*innen, Bewegungsaktivist*innen sowie jungen Erwachsenen und weiteren Interessierten im Bergischen Land Kompetenzen zur Klima- und Ressourcengerechtigkeit vermittelt, Handlungsmotivation gestärkt und die Vernetzung mit anderen bzw. bereits aktiven Menschen vorangebracht. 

Im Projekt Change Making: Politische Bildung global – lokal – digital des Informationsbüro Nicaragua regten wir außerdem insgesamt 190 junge Menschen in 10 Workshops zur Reflexion und Perspektiverweiterung an, vermittelten neues Wissen, ermutigten zur weiteren Auseinandersetzung und zum demokratischen Engagement. Auch die Teilnehmer*innen der durchgeführten Multiplikator*innenseminare haben den Austausch und die Vernetzung im Bereich der politischen und demokratischen Bildung sehr geschätzt und wünschen sich weiterführende Angebote hin zur Umsetzung.

Gleichzeitig haben die letzten Gestaltungsprojekte in Wuppertal und im Bergischen Land wie döpps105, die Seilbahn zum Küllenhahn, die Deponieerweiterung im Osterholz, aber auch eine mögliche BuGa oder selbst kleine Entscheidungen wie Parkplätze im Nordpark erhebliche demokratische Friktionen auf allen Seiten hinterlassen und zu suboptimalen Lösungen geführt. Auch bei Entwicklung und Anwendung von Beteiligungsformaten (Mediation Osterholz, Bürgergutachten Seilbahn, Bürgerhaushalt, Runder Tisch Quartiersentwicklung) knirscht es noch gewaltig. Demokratische und akzeptierte Beteiligungsverfahren mit verbindlichen Verantwortlichkeiten müssen noch ausgehandelt, erprobt und weiterentwickelt werden.

Mit Abendveranstaltungen, Tagesworkshops, Multiplikator*innenseminare und Kurzworkshops wollen wir einen Beitrag dazu leisten. Dabei soll das Netzwerk der etwa 20 Initiativen, Verbände und Bewegungen eine aktive Rolle spielen.

Hier die Ergebnisse der bisherigen Veranstaltungen:

Mit grüner Marktwirtschaft das Klima retten? 31.3. 19 Uhr, Katholisches Stadthaus, Wuppertal. Was haben die Regierungsparteien im Wahlkampf verkündet und was verspricht der Koalitionsvertrag für die notwendige sozialökologische Transformation? Was ist in den ersten 100 Tagen passiert und welchen Effekt hat der Ukraine Krieg auf die klimapolitischen Strategien? Welche Gegenentwürfe gibt es von unten? Lasse Thiele ist als Politikwissenschaftler spezialisiert auf die Kritik des „grünen“ Kapitalismus, aktiv in der Klimagerechtigkeitsbewegung und versucht auch in seiner Arbeit im Konzeptwerk, inhaltliche und strategische Ansatzpunkte für eine sozial-ökologische Transformation zu entwickeln. Mitarbeit an der Studie „Mit grüner Marktwirtschaft das Klima retten? Klimagerechtigkeits-Check der Ampel-Regierung“. Das Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. in Leipzig seit 2011 schmiedet Bündnisse mit sozialen Bewegungen und entwickelt Alternativen zum kapitalistischen Wirtschaften. Beitrag von Lasse Thiele (Konzeptwerk Neue Ökonomie Leipzig): 100 Tage neue Regierung Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für Klimaschutz engagieren sich für eine Klimagerechtigkeit, bei der sowohl die Interessen der Beschäftigten, der Anwohner als auch die der globalen Umwelt berücksichtigt sind. Beitrag von Bea Sassermann (Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern für Klimaschutz): Was wäre wenn…: Rüstungs- und Sozialausgaben im Vergleich Beitrag von Stephanie Walter (Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern für Klimaschutz): Was bedeutet die Transformation für Arbeitnehmer:innen

Tagesworkshop Demokratische Partizipation und sozialökologische Transformation, 9. April, 10-17 Uhr, Kommunikationszentrum Die Börse, mit allen mitveranstaltenden Organisationen Markt der Möglichkeiten zur Darstellung der Initiativen, ihrer Positionen und Handlungskonzepte zu Partizipation und sozialökologischer Transformation. Ort: Die Börse, Wolkenburg. Hier das Ergebnisprotokoll

Entwicklungspolitik, Fairer Handel und Internationale Partnerschaften. Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidat*innen der Wahlkreise in Solingen, Remscheid und Wuppertal. In Kooperation mit dem Forum für Globale Verantwortung und Eine Welt. 6. Mai, 18-20 Uhr Ort: Lüttringhausen Remscheid Diskussionsprotokoll hier

Worldcafé für partizipatorische Demokratie (Tagesworkshop) am 16. Juli, 10-17 Uhr, Nachbarschaftsheim Ostersbaum. Wie gehen Zivilgesellschaft und Verwaltung mit der sozialökologischen Transformation und miteinander um? Demokratie und Klimakrise: Wie müssten die Formen demokratischer Partizipation erweitert werden (Klimaräte, Bürgerhaushalt, Plebiszite, Planungszellen, Umgang mit Minderheiten), um mit notwendigen Handlungsstrategien adäquat auf die Klimakrise zu regieren? Unter Beteiligung des Institut für Partizipationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal wurden Modelle für Beteiligungsprozesse vorgestellt und stattgefundene Beteiligungsprozesse (wie z.B. döpps105, Seilbahn, BuGa, Osterholz. Klimabeirat, Bürgerbudgets) bewertet. Mit 14 Teilnehmenden aus verschiedenen Stadtteilen und Altersgruppen, Aktivist:innen und Interessierte wurden Anforderungen an gute Beteiligungsprozesse formuliert, die Ausgangspunkt für künftige Akteursallianzen sein können. Hier das Protokoll und die Ergebnisse.

Klimaschutz in Wuppertal und Matagalpa – Wie schaffen wir gemeinsam den Wandel? Im Workshop (17. August, 18-20.30, Alte Feuerwache) haben wir beleuchtet, welche Anstrengungen zur Soforthilfe, Klimaanpassung und -schutz bereits in Matagalpa und Wuppertal unternommen und aufgrund der Dringlichkeit verstärkt werden müssen, aus welchen Erfahrungen wir lernen können und wie wir gemeinsam zu einer grundlegenden Veränderung unserer Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme im Sinne des Klimaschutzes beitragen können. Hier der Beitrag von Andrea Stamm, Leiterin der Koordinierungsstelle Klimaschutz der Stadt Wuppertal, und hier von Janett Castillo, Vorsitzende der Kommunalbewegung Matagalpas (zugeschaltet). Auch die Westdeutsche Zeitung berichtete am 19.8. unter der Überschrift: Klimawandel Austausch mit Wuppertals Partnerstadt: „Für wirksamen Klimaschutz müssen wir zusammenarbeiten“. Wuppertal und seine Partnerstadt Matagalpa haben sich über Möglichkeiten des Klimaschutzes beraten. Es gibt hohe Hürden in beiden Orten. Hier der Veranstaltungsbericht.

Andrea Stamm, Klimamanagerin, Foto WZ

Vorschau auf kommende und geplante Veranstaltungen:

Recht auf Stadt! Unter diesem Motto machen Bürger*innengruppen, Initiativen und Aktivist*innen in vielen Städten Investoren das Recht streitig, über die besten Räume und Plätze der Stadt zu verfügen, zuletzt so auch für Wuppertals Platz am Kolk (erfolgreich) oder Primark am Hauptbahnhof (weniger erfolgreich). Soll die sozialökologische Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft gelingen, braucht es gerade jetzt demokratische und selbstbestimmte Räume, den Ausbau von demokratischer Willensbildung, zivilgesellschaftlicher Vernetzung und gesellschaftlicher Mitbestimmung im Stadtteil. Welche Potenziale bieten ehemalige Bahnhöfe und  Fabriken wie Mirker Bahnhof, Goldzackfabrik oder Bünger Textilwerk als Lernorte und Reallabore für den Aufbau demokratischer Strukturen und die sozialökologische Erneuerung des Stadtteils? Welche Initiativen für eine solidarische Ökonomie (gelebte Utopien) gibt es in und um diese Gebäude? Wie kann der Stadtteil jenseits von Politik und Markt demokratisch ausgestaltet werden? Welche Rolle spielen Ehrenamt und Selbsthilfe bei der Entwicklung Gemeinwohlorientierter Projekte wie Utopiastadt, BOB Campus und Nachbarschaftsheim? Wem gehört die Stadt? Mit Matthias Wanner (Wuppertal Institut), David Becher (Vorstand Utopiastadt e.V.), Gabi Kamp (Geschäftsführerin Nachbarschaftsheim e.V. in Ostersbaum), Lisa Hahn (Montag Stiftung Urbane Räume) Wann: 28..9., 18-20 Uhr Wo: BOB CAMPUS, Max-Planck-Str. 19, Oberbarmen

Klartext-Tour im Ostersbaum 2021 gab es den Tag des guten Lebens im Ostersbaum. Ein Jahr später wollen Bergische VHS und das Informationsbüro Nicaragua nachschauen, was aus den vielen Ideen geworden ist und wie es sich im Jahr 2022 am Ostersbaum lebt. Um 14 Uhr startet deshalb am 3. Oktober eine „Klartext-Tour“ am Platz der Republik. Drei Akteure des Lebens und der Politik vor Ort führen durch das Quartier und erklären spannende Orte, offene Fragen oder stellen Projekte vor, Eingeladen sind Menschen, die im Quartier leben oder es kennen lernen wollen. Nachfragen sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.
Wann: 3. Oktober, 14 – 16 Uhr Stadtrundgang mit Gabi Kamp, Vorstandsvorsitzende des Nachbarschaftsheims, und Thomas Kring, Bezirksbürgermeister Elberfeld. Treffpunkt 14 Uhr, Nachbarschaftsheim, Platz der Republik

Politisches Frühstück Klimagerechtigkeit sozial gestalten!“: In unserer Tradition des Politischen Frühstücks am Sonntag wollen wir wieder ein aktuelles Thema aufgreifen. Die energiepolitischen Maßnahmen der Bundesregierung sind entscheidende Stellschrauben nicht nur für die Versorgungssicherheit, sondern auch für soziale Gerechtigkeit und für die notwendige sozialökologische Transformation. Wir wollen diskutieren über die Soziale Seite der Energiewende. eine Energiewende jenseits von grüner Marktwirtschaft und Handlungsfelder sozialökologischer Bewegungen. Wir beginnen mit einem Frühstück um 10 Uhr, das begleitet wird ab 11 Uhr von einem Gespräch mit eingeladenen Referentinnen und einer Diskussion unter den Teilnehmerinnen. Der Eintritt ist kostenlos, für das Frühstück rechnen wir mit einer Spende von ca 5€.
Wann: Frühstück ab 10Uhr, Gespräch ab 11 Uhr
Das genaue Datum (Sonntag am 16. oder 30. Oktober, 6.,13. oder 20. November) werden wir hier in Kürze ankündigen.

Tagesworkshop am 26. November „Theater der Unterdrückten“. 10-17 Uhr. Genaueres folgt.

Das Bildungs- und Vernetzungsprojekt wird in unterschiedlicher Form von folgenden Organisationen getragen bzw. unterstützt: 

  • BUND Kreisgruppe Wuppertal
  • Bergische BürgerEnergie-Genossenschaft bbeg
  • Bündnis Zukunftsschmiede Wuppertal Nord
  • Falken Bildungs- und Freizeitwerk Bergisch Land e.V.
  • FSI Forum für soziale Innovation gGmbH 
  • Fridays for Future
  • Students for Future
  • Parents for Future
  • Gemeinwohl-Ökonomie ERW
  • Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung an der Bergischen Universität Wuppertal 
  • Klimanetzwerk Wuppertal
  • Kookaburra / KiTma e.V. / ADDE e.V.
  • Nachbarschaftsheim Ostersbaum e.V.
  • Wuppertaler Aktionsbündnis gegen TTIP und andere Freihandelsfallen
  • XR-Xtinction Rebellion

Hier der Link auf den Projektflyer mit der Veranstaltungsvorschau