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CULTURAS Y SABERES AFRODESCENDIENTES EN EL PASADO Y PRESENTE DE MESOAMÉRICA (12.7.-14.7.2021)

Tagungsbericht

Vom 12. zum 14. Juli fand an der Bergischen Universität Wuppertal eine internationale Begegnung zu „Culturas y saberes afrodescendientes en el pasado y presente de Mesoamérica“ statt. Das aktuelle Programm findet sich hier. Organisiert wurde die Veranstaltung von – in alphabetischer Reihenfolge: Matei Chihaia (Romanistik), Klaus Heß (Informationsbüro Nicaragua e.V.), Peter Imbusch (Soziologie der Politik), Tania Pleitez Vela (Romanistik / RILMAC) und Cécile Stehrenberger (Geschichte und Soziologie der Wissenschaft). Beteiligte Einrichtungen waren innerhalb der Universität das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschafts- und Technikforschung und die AG Lateinamerika, und außerhalb der Universität das Informationsbüro Nicaragua e.V. Videoaufnahmen der Beiträge sind zugänglich auf den Seiten der Bergischen Universität: https://www.romanistik.uni-wuppertal.de/de/tagungenconferences/culturas-y-saberes-afrodescendientes.html sowie des RILMAC: https://rilmac.org/2021/06/08/culturas-y-saberes-afrodescendientes-en-el-pasado-y-presente-de-mesoamerica/

Die Kulturen afrikanischer Herkunft sind seit einiger Zeit ein Thema, das in zahlreichen Disziplinen intensiv erforscht wird und zugleich unter dem Aspekt der Rechte von Minderheiten eine hohe soziale Relevanz hat. Während Cuba, Kolumbien und natürlich auch die USA dabei im Mittelpunkt stehen, hat Mesoamerika noch kaum Beachtung gefunden. Die internationale Begegnung, die unter anderem an das Nahua-Skript 17: Indigene Autonomie in Mesoamerika. Im Widerstand gegen Vertreibung und Dominanzkultur anknüpft, versuchte daher die Region in den Mittelpunkt zu rücken – nicht nur als Thema, sondern auch durch die SprecherInnen und KünstlerInnen, die aus verschiedenen Ländern Mittelamerikas und aus Mexiko zugeschaltet waren. Eine wichtige Rolle spielte zudem die Verknüpfung politischer, ökologischer und sozialer Anliegen mit der künstlerischen Produktion: plurale bildnerische und musikalische Traditionen, eine vielsprachige Literatur, die typischen Stoffmuster, wie auf dem Flyer abgebildet, und der Musue, der weibliche Kopfschmuck der Garífuna, als Mittelpunkt einer facettenreichen kulturellen Performanz.

Ziel dieser Veranstaltung war es, einen Raum für den Austausch zwischen sozialem Engagement, kultureller Praxis und wissenschaftlicher Reflexion zu schaffen. Bewusst wurden in den Sektionen das Gespräch zwischen HistorikerInnen, SoziologInnen, AnthropologInnen und LiteraturwissenschaftlerInnen und VertreterInnen von NGOs und Bürgerrechtsinitiativen gesucht; kurzfristig nahm auch der im Programm nicht genannte Journalist und Politiker George H. Cayasso an einem Panel zu Nicaragua teil und stellte ein intersektionales Programm vor, das die Rechte von unterschiedlichen Minderheiten in den Mittelpunkt rückt. Zu den bewegenden Momenten dieser Begegnung gehörte die chorale Lesung eines Gedichts von Eulalia Bernard Little durch alle TeilnehmerInnen: die große Dichterin, die die schwarze Kultur Mesoamerikas exemplarisch verkörpert, war am 12. Juli verstorben – ein Grund, die Veranstaltung, die an diesem Tag begann, ihrem Andenken zu widmen.