Nicaraguas Regime stoppt Priesterweihen und beschränkt Prozessionen | DOMRADIO.DE 19.3.2026
Die Kirche in Nicaragua steht unter wachsendem Druck. Prozessionen, Kirchenfeiern und die pastorale Arbeit sind eingeschränkt. Nun verliert die Kirche durch politische Einflussnahme weiter an Handlungsfähigkeit.
In Nicaragua sind in mehreren Bistümern derzeit keine Priester- und Diakonenweihen möglich. Betroffen sind laut einem Bericht des US-Portals „National Catholic Reporter“ (Mittwoch) die Diözesen Jinotega, Siuna, Matagalpa und Estelí.
Die Entwicklung verschärft den bereits bestehenden Priestermangel und steht im Zusammenhang mit anhaltenden Spannungen zwischen dem vom sandinistischen Regime geführten Staat und der katholischen Kirche.
Nach Einschätzung der im Exil lebenden Juristin Martha Patricia Molina, die die Lage der Kirche dokumentiert, werden die betroffenen Diözesen von Bischöfen geleitet, die sich außerhalb des Landes befinden. Dazu zählen unter anderem Rolando Álvarez, der auch als apostolischer Administrator von Estelí fungiert. Die Abwesenheit kirchlicher Leitungspersonen wirkt sich laut Beobachtern direkt auf die Ausbildung und Weihe von Geistlichen aus.
Die personelle Situation der Kirche im Land hat sich seit 2018 deutlich verschlechtert, als es im Zuge politischer Proteste zu verstärkten Maßnahmen gegen kirchliche Strukturen kam. In der Diözese Matagalpa seien heute nur noch rund 30 Prozent der damaligen Priester im Dienst, ein erheblicher Teil davon im fortgeschrittenen Alter.
Gleichzeitig berichten Quellen von weiterhin vorhandenen Berufenen, die aber nicht geweiht werden könnten. Nach Angaben Molinas wurden bislang mehr als 300 Priester, Ordensleute und Seminaristen ins Exil gedrängt oder an der Rückkehr gehindert.
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