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Matthias Schindler: Nicaragua zwischen Sandinistischer Revolution und Ortega-Diktatur

Die zentrale Fragestellung dieser Untersuchung lautet: Wie war es möglich, dass die FSLN und Daniel Ortega, die einst für die Befreiung ihres Volkes kämpften, aktuell eine brutale Diktatur in Nicaragua errichtet haben? Der Text behandelt im Wesentlichen die Zeit seit dem Sturz der Somoza Diktatur 1979 bis heute. Sein Schwerpunkt liegt auf der politischen Entwicklung der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN und der einmaligen historischen Erfahrung der Sandinistischen Revolution. Das Buch ist eine kritische Untersuchung sowohl der Politik der FSLN in Nicaragua als auch der USA gegenüber Nicaragua unter einer demokratischen Perspektive. Dass die Sandinistische Revolution tatsächlich eine von den breiten Massen getragene Volksrevolution war, hat sich nach intensivem Quellenstudium deutlich bestätigt. Dass der völkerrechtswidrige Krieg der USA gegen Nicaragua die wesentliche Ursache für das Ende der Revolution war, konnte deutlich belegt werden. Dass die aktuelle Diktatur unter Ortega und Murillo keinerlei legale Basis besitzt und jeglicher Legitimität entbehrt, unterliegt ebenfalls keinerlei Zweifel. Aber die Bedeutung des bewaffneten Befreiungskampfes für den Triumph über die Somoza-Diktatur muss relativiert und durch zwei zusätzliche Faktoren erweitert werden: die politischen Verhandlungen innerhalb Nicaraguas, wie auch international, und die Bereitschaft der Bevölkerung, sich massenhaft gegen die Unterdrückung Somozas zu erheben. Der Sandinismus der 1980er Jahre war eine Gesellschaftsform, die den Anforderungen der liberalen Demokratie – auch im Vergleich mit anderen Ländern der Welt – in hohem Maß gerecht wurde. Die angebliche Führungsrolle von Daniel Ortega während des Befreiungskampfes und auch als Präsident während der 1980-er Jahre wurde und wird, sowohl von seinen Anhängern als auch von seinen Gegnern, massiv übertrieben. Der eigentliche Stratege des Aufstandes sowie der ersten Regierungsperiode der Sandinisten war sein Bruder Humberto Ortega, den er im Jahr 2024 schließlich sogar durch die Verweigerung einer erforderlichen medizinischen Behandlung umgebracht hat.
Die wichtigste Erkenntnis der Arbeit besteht in der Schlussfolgerung, dass das Fehlen interner demokratischer Strukturen innerhalb der Sandinistischen Befreiungsfront einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass die politische und ethische Degeneration der FSLN möglich war und niemals aufgehalten werden konnte. Dieser Prozess wurde auch dadurch begünstigt, dass die Sandinisten programmatisch zwar eine sozialistische Orientierung besaßen, aber Demokratie in der Gesellschaft, und insbesondere auch innerhalb der eigenen Organisation, immer nur als taktisches Instrument ansahen und daraus niemals ein unverzichtbares Grundprinzip gemacht haben.
Wesentliche Aspekte der Untersuchung sind:
·Systematischer Vergleich Sandinismus (1979 – 1990) vs. Orteguismus (2007 – 2025);
·Diskussion verschiedener Ansätze von Demokratietheorien;
·Darstellung der Theorie und Praxis der FSLN seit ihrer Gründung bis heute;
·Kritische Analyse der Sandinistischen Revolution mit Schwerpunkt auf den Stärken und Schwächen ihrer Demokratie;
·Kritische Analyse des demokratischen Niederganges Nicaraguas unter der erneuten Präsidentschaft Ortegas und der FSLN ab 2007;
·Ausführliche Darstellung der verschiedenen Regierungen und der politischen Regime in Nicaragua seit 1979;
·Darstellung und Analyse aller Wahlen und Wahlsysteme seit 1979;
·Wesentliche Verfassungsänderungen zwischen 1979 und 2025.

Das Buch ist im Verlag Die Buchmacherei erschienen:
Nicaragua zwischen Sandinistischer Revolution und Ortega-Diktatur
482 Seiten, EUR 20,00
Die Buchmacherei
Oranienstr. 14a
10999 Berlin

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