Vatikan und USA drängen auf Kurswechsel in Nicaraguas Politik | DOMRADIO.DE 28.9.2026
Seit Jahren steht es mit Menschenrechten und Demokratie in Nicaragua nicht zum Besten. Auch die Kirche ist von Repressionen betroffen. Die designierte US-Botschafterin Natasha Franceschi will den diplomatischen Druck erhöhen.
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin weist vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen auf Nicaragua hin, auch die Organisation Amerikanischer Staaten hat die Krise in dem mittelamerikanischen Land auf der Agenda. Das Thema politische Verfolgung und Repression gegen die katholische Kirche in Nicaragua gerät wieder stärker in den Fokus.
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In Nicaragua ist die Lage für die Demokratie wie auch die Kirche dramatisch. Jüngst teilte das sandinistische Präsidentenpaar Daniel Ortega und Rosario Murillo mit, dass es vorerst keine Wahlen mehr geben werde. Inzwischen lautet die Marschrichtung, Wahlen zwar doch ausrichten zu wollen, allerdings ohne Teilnahme oppositioneller Parteien oder Persönlichkeiten.
Kirche und Menschenrechte im Visier
Die linksgerichtete Regierung in Managua geht seit Jahren gegen kirchliche Vertreter und deren Institutionen vor. Zudem wurden Tausenden Nichtregierungsorganisationen die rechtliche Grundlage entzogen. Wie das Portal „Nicaragua Investiga“ am Wochenende berichtete, ordnete der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte vorläufige Schutzmaßnahmen für den emeritierten Bischof von Estelí, Juan Abelardo Mata Guevara, und vier Personen aus seinem engsten Umfeld an.
Die Entscheidung der Institution, die in der Organisation Amerikanischer Staaten angesiedelt ist, hat vor allem symbolischen Charakter. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Rechte Matas und seiner vier Unterstützer auf Leben, körperliche Unversehrtheit, Gesundheit und persönliche Freiheit in Nicaragua gefährdet seien.
Mata war nach vorliegenden Informationen Ende Juni zusammen mit den Priestern Rigoberto Delgadillo Sánchez und Francisco Morales sowie dem Diakon Wilfredo Arauz Rodríguez erstmals festgenommen worden. Nach einer zweiten Festnahme soll Bischof Mata freigelassen, aber unter Hausarrest gesetzt worden sein.
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US-Diplomatin: Status quo unerträglich
Das Thema Nicaragua gewinnt auch in den USA an Präsenz. Die designierte US-Botschafterin Natasha Franceschi erklärte, im Falle ihrer Bestätigung den diplomatischen Druck auf das Regime von Ortega und Murillo aufrechterhalten zu wollen. Zugleich wolle sie nach einer Verhandlungslösung für die Krise des Landes suchen.
Der Status quo in Nicaragua sei für die Bevölkerung, Nicaraguas Nachbarn und die Vereinigten Staaten unerträglich, sagte Franceschi vor dem Senats-Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten. Sie werde deutlich machen, dass die US-Regierung die Unterdrückung von Christen, insbesondere der katholischen Kirche und ihrer Gläubigen nicht dulden werde.
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