Seit vier Jahren ist das Infobüro Nicaragua zusammen mit dem Mitarbeitendenverein und El Rojito e.V. Träger der rojito GmbH in Hamburg, die Solidarischen Kaffeehandel mit Partner*innen in Mittelamerika betreibt. In loser Folge stellen wir die Produzent*innen vor, wie heute Soppexcca in Jinotega, Nicaragua; weiter unten die Kooperative Combrifol in Marcala, Honduras.
Weitere Infos und Bezugmöglichkeiten: https://www.el-rojito.de/
SOPPEXCCA
SOPPEXCCA ist aus dem Verbund JIPROCOOP hervorgegangen, der 1997 durch betrügerische Machenschaften und Misswirtschaft pleite gegangen war. Diese Krise wurde mit einer neuen Frau an der Spitze und in einer Art Konkursverfahren unter Kontrolle gebracht. Fatima Ismael, die Geschäftsführerin, hat die Kooperative gemeinsam mit ihren Mitstreiter*innen seitdem nicht nur zu einem zuverlässigen Handelspartner entwickelt. SOPPEXCCA hat in den letzten Jahren auch hervorragende soziale Projekte umgesetzt. Dazu zählen Initiativen zur Bildungsförderung ebenso wie der Aufbau kleiner Dorfläden oder die Ausbildung Jugendlicher in der Schokoladenherstellung. SOPPEXCCA ist damit zu einem wichtigen ökonomisch stabilisierenden Faktor in der Region geworden. Die Bildungsarbeit konnte mit externen Mitteln ausgebaut werden mit Schwerpunkt auf Themen des organischen Kaffeeanbaus, Herstellung von organischen Düngemitteln, Formalisierung des Kreditwesens und Kaffeequalität. Um die Qualität des Kaffees weiter zu verbessern und das Bewusstsein zu diesem Thema unter den Mitgliedern zu stärken, wurde ein eigenes Labor zur Kontrolle der Kaffeequalität eingerichtet. Soppexcca-Kaffees wurden deshalb beim nationalen Wettbewerb „taza de excelencía” schon mehrfach ausgezeichnet. Die Mehrerlöse gehen an die Produzent_innen zur Sicherung ihrer Existenz. Außerdem konnten zur Weiterverarbeitung des geernteten Rohkaffees ein sog. Trockenbeneficio und mehrere Nassbeneficios gebaut werden. In Zukunft soll verstärkt in Projekte zum Schutz der Umwelt, die Bildung der Mitglieder und in die Dorfgemeinschaften investiert werden. Wir beziehen von SOPPEXCCA unseren konventionell angebauten Kaffee und einen Teil des Biokaffees.
Interview mit Jamileth Palacios
COMBRIFOL
Die Kooperative Combrifol umfasst mehrere Basiskooperativen und hat insgesamt ca 150 Mitglieder, davon etwa ein Drittel Frauen. Die Kooperative besteht seit 2002 und Rojito pflegen seit 2011 eine innige Handelsbeziehung. Die meisten Mitglieder der Kooperative sind im Kaffeeanbau tätig. Lange war die MITKA der einzige
Handelspartner der Kooperative, vor wenigen Jahren konnten aber zwei weitere befreundete Kaffee Kollektive vermittelt werden. Der Bioanbau wächst, wenn auch langsam, da die Zertifizierung sehr teuer ist. Der meiste Bio
Kaffee wächst in der Gegend um Nahuaterique, ehemaliges Staatsgebiet von El Salvador, das 1992
vom IGH nach einem Grenzkrieg Honduras zugesprochen wurde. Ein wichtiger Aspekt der Kooperative ist die Förderung der Mitglieder durch Fortbildungen oder Mikrokrediten. Jedes Jahr scheint die Kooperative zu wachsen, auch an sich, denn immer wieder werden die ausgezahlten Sozialprämien sinnvoll eingesetzt. Vor allem der Ausbau des Kooperativengeländes ist enorm. Im Laufe der Jahre wurde eine kleine Rösterei etabliert, eine Honigabfüllanlage, es wurden Folientunnel zur Trocknung des Kaffees angeschafft und das Trockenbeneficio wurde großzügig ausgebaut.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch auf die Jugendarbeit. Viele Schüler*innen und Kinder von Kooperativenmitgliedern durchlaufen ein gefördertes Stipendienprogramm. Der Kaffee ist von besonderer Qualität und genießt das geschützte Qualitäts-Herkunftszertifikat DO Marcala, auf das die Kooperative zu Recht stolz ist.
Der Kaffee von Combrifol ist Bestandteil des La Cortadoras und findet sich vor allem in der Manufakturröstung von El Rojito wieder, wie in der Hausmischung und den Singles Honduras washed, Amazilie honey und Amazilie natural
Interview mit dem Kaffeeproduzenten David Argueta von COMBRIFOL
