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Museum zu Erinnerung an Gewalt in Nicaragua eröffnet in Costa Rica

america21 6.12.2025 Laura Gonzales

Das Colectivo de Derechos Humanos richtet ein temporäres Museum ein. Erste Schau vom 8. bis 12. Dezember im IIDH in San José. Im Fokus stehen Übergriffe in Nicaragua seit 2018

San José. Die NGO Colectivo de Derechos Humanos para la Memoria Histórica de Nicaragua wird in Costa Rica ein temporäres Museum der Erinnerung errichten. Unter dem Motto „Was wir nicht vergessen dürfen“ soll sich das Museum der Bewahrung und Verbreitung der Erinnerung an die „schweren Menschenrechtsverletzungen zwischen 2018 und 2025 in Nicaragua“ widmen.

Die erste Ausstellung soll vom 8. bis 12. Dezember stattfinden und fällt mit dem Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember zusammen. Das Ziel der Ausstellung sei es, einen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen demokratischen Zukunft zu leisten, die auf Wahrheit, der Würde der Opfer, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung basiert, erklärte die Organisation. Die NGO setze sich hauptsächlich aus nicaraguanischen Aktivist:innen zusammen. Ihren Sitz hat sie in San José.

Das Museum wird in den Räumen des Interamerikanischen Instituts für Menschenrechte (IIDH) in San José eröffnet und wird ab dem 9. Dezember auch Führungen anbieten.

Wenige Tage vor der Ankündigung hatte der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, Costa Rica einen offiziellen Besuch abgestattet, um das Engagement des UNHCR für den Schutz und die Integration von Vertriebenen in der Region zu bekräftigen. Costa Rica ist das wichtigste Land, in dem Nicaraguaner:innen Asyl suchen. Laut UNHCR beherbergte das Land zum 31. Oktober 2025 207.456 Menschen unter internationalem Schutz, von denen etwa 85 Prozent aus Nicaragua stammten.

Grandi würdigte die Führungsrolle Costa Ricas bei der Aufrechterhaltung eines offenen und zugänglichen Asylsystems trotz des Drucks durch eine erhebliche Anzahl anhängiger Anträge. Außerdem erklärte Grandi seine Bewunderung für die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der nicaraguanischen Flüchtlinge in Costa Rica, die trotz traumatischer Erlebnisse, Entwurzelung und Gewalt versuchten, sich ein neues Leben in Würde aufzubauen.

Schon vor Jahren eskalierte der Konflikt zwischen den UN-Strukturen für Menschenrechte und Nicaragua. Das Land hatte sich deshalb 2025 aus dem Menschenrechtsrat der UN zurückgezogen. Auch der frühere unabhängige UN-Experte für internationale Ordnung, Alfred de Zayas (2012 bis 2018), kritisierte den Menschenrechtsrat dafür, dass sich seine Berichte zu Nicaragua nur auf Verletzungen durch staatliche Sicherheitskräfte konzentrierten.

De Zayas kommentierte weiter, dass der Ausschluss relevanter Informationen bei der Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen ein Verstoß gegen eine verantwortungsvolle Methodik sei und gegen die Ethik jeder derartigen Untersuchung verstoße (amerika21 berichtete). Auch die Zahl von Flüchtlingen aus Nicaragua in Costa Rica ist umstritten. Schon 2020 war es zwischen dem UNHCR und Nicaraguas Regierung deshalb zu deutlichen Differenzen gekommen (amerika21 berichtete).

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