Barbara Lucas – Veranstaltung des Infobüros Nicaragua im Zoom am 11.9.2026
Am 11. September hatten wir in Zusammenarbeit mit dem feministischen Netzwerk SolFem eine spannende Zoom-Veranstaltung zur Bedeutung der Kämpfe der Mütter und Angehörigen für ihre getöteten, verhafteten und verschwundenen Familienangehörigen in der Vergangenheit und Gegenwart.
Zu Beginn berichtete eine Doktorandin über ihre Forschungen über die Mütterkomitees „ Madres de los heroes y martires“ in den 80er Jahren, die zunächst stark durch die Verbindung zur FSLN geprägt waren, später aber zum Teil größere Autonomie erlangten. In diesen Komitees spielte die kollektive Trauer um die Gefallenen und Getöteten im Krieg gegen die Contra eine grosse Rolle, aber ebenso die Anklagen gegen die USA, die diesen Krieg finanzierten. Neben den Materialien des Archivs von Monica Baltodano über die Geschichte des Sandinismus stehen Unterlagen aus den privaten Sammlungen der Betroffenen und Interviews mit ihnen zur Verfügung.

Inzwischen hat sich in der Forschung der Blick geweitet. So erschien z.B. 2018 in Spanien das Buch von María Dolores Ferrero Blanco „De un lado y del otro“, Mujeres contras y sandinistas en la revolución Nicaragüense (1979-1990), das Interviews mit Müttern auf beiden Seiten des Krieges vereinigt.

In einem zweiten Beitrag berichtete eine Angehörige der Mütterorganisation Asociación Madres de Abril (AMA) über ihre Arbeit seit 2018, in deren Zentrum die Opfer der Repression stehen. AMA arbeitet parteiübergreifend und kann durch die Konzentration auf die Opfer eine große Breite an Familienangehörigen und Müttern erreichen, auch wenn dies natürlich nicht konfliktfrei ist.

Die Ausstellung von AMA wird auch heute noch im Exil gezeigt und ist Teil der Erinnerungsarbeit, die AMA als Widerstand gegen die Diktatur versteht.

