Infos zu Zentralamerika 28.2.2026
| 2. Nicaragua |
| Veranstaltung in Wuppertal: Am 15. März 2026 lädt das Informationsbüro Nicaragua zusammen mit das.donnerstagGespräch und Attac Wuppertal zu einem Gespräch zwischen einem deutschen Solidaritätsaktivisten der 1980er-Jahre und einem jungen Nicaraguaner über die Brücke zwischen Träumen und Wirklichkeit. Auf der Veranstaltung kann Kaffee einer nicaraguanischen Kooperative erworben werden. Es findet in der Friedhofskirche (Alemannenstr. 40, Wuppertal) ab 15 Uhr statt. Weitere Infos. Anmeldung: kaffeeklatsch-w@web.de US-Beziehungen: Die Regierung von Donald Trump verschärft Maßnahmen gegen Nicaragua. Das Finanzministerium der USA hat am 26. Februar Sanktionen gegen fünf Mitglieder der nicaraguanischen Regierung verhängt. Diese Personen leiten Finanz-, Kommunikations- und Militärbehörden. Zu den sanktionierten Personen gehören der Direktor und der stellvertretende Direktor der Finanzanalyseeinheit Nicaraguas, der Arbeitsminister, der stellvertretende Generaldirektor des nicaraguanischen Instituts für Telekommunikation und Postdienste sowie der Leiter der Direktion für Militärischer Nachrichtendienst und Spionageabwehr der nicaraguanischen Armee. Eine Woche zuvor hatte Außenminister Marco Rubio die Einschränkung des Visums des Direktors des Hochsicherheitsgefängnisses La Modelo, Roberto Clemente Guevara Gómez, wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in schwere Menschenrechtsverletzungen gegen politische Gefangene angekündigt. Bei einem Besuch in Costa Rica bezeichnete Rubio Nicaragua, Kuba und Venezuela als „Feinde der Menschheit“. China-Beziehungen: Mit der Vergabe einer Bergbaukonzession in der Provinz Madriz im Februar 2026 kontrollieren chinesische Bergbauunternehmen nun bereits mehr als eine Million Hektar Land in Nicaragua. Die Regierung von Daniel Ortega und Rosario Murillo hat in weniger als drei Jahren 72 Bergbaukonzessionen an 16 chinesische Unternehmen vergeben. Die Fundación del Río führt ein Verzeichnis der an chinesische Unternehmen vergebenen Konzessionen und hat festgestellt, dass 25 Goldabbaukonzessionen 17 ordnungsgemäß titulierte indigene und afro-stämmige Gebiete betreffen. Diese Vereinbarungen wurden jedoch ohne vorherige freie und informierte Konsultation und ohne Zustimmung getroffen, was gegen das Gesetz 445, das Übereinkommen 169 der ILO und andere von Nicaragua eingegangene internationale Verpflichtungen verstößt. Transitmigration: Die nicaraguanische Regierung gab am 8. Februar bekannt, dass sie eine Ausnahmeregelung aufhebt, die es Kubanern ermöglichte, ohne Visum in das mittelamerikanische Land einzureisen. Die Einreise in Nicaragua war Teil einer Route, über die kubanische Migrant*innen in die USA gelangen konnten. Obwohl in der Ankündigung kein konkreter Grund genannt wurde, deuten Medienberichte darauf hin, dass damit versucht wird, den Druck der Trump-Regierung zu mildern. Wirtschaft: Der Internationale Währungsfond (IMF) veröffentlichte Ende Januar seine Evaluierung der nicaraguanischen Wirtschaft im Jahr 2025. Der IWF kam zu dem Schluss, dass die Wirtschaft Nicaraguas seit 2018 mehrere Schocks überstanden hat und dass das aktuelle BIP-Wachstum (3,8 % im Jahr 2025) die positiven kurzfristigen Wirtschaftsaussichten widerspiegelt. Hinter dieser Stabilität stehen zum Teil die nicaraguanischen Migrant*innen. Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) dokumentierte im Jahr 2025 Überweisungen von Nicaraguaner*innen im Ausland in Höhe von 6,199 Milliarden Dollar. Diese Zahl entspricht 30 % des nationalen BIP, ein für das Land beispielloser Prozentsatz: Damit übertrifft Nicaragua erstmals El Salvador und Guatemala und erreicht die Verhältnisse in Honduras. |