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RT-ZA Infos zu Zentralamerika

Januar 2026

5. Nicaragua
Internationale Beziehungen: Am 24. Januar erhielten Sergio Farré Salvá, sein Stellvertreter Miguel Mahiques Núñez sowie acht Vertreter*innen der spanischen Entwicklungszusammenarbeit die Mitteilung, dass sie „das Land unverzüglich verlassen“ müssen. Sergio Farré war seit dem vergangenen Dezember an der spanischen Botschaft in Managua. Als Reaktion darauf ordnete das spanische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Europäische Union und Zusammenarbeit schon am nächsten Tag „aufgrund strikter Gegenseitigkeit“ die Ausweisung des nicaraguanischen Botschafters in Madrid, Mauricio Carlo Gelli, an. Die nicaraguanische Regierung hat bis dato keine öffentliche Erklärung zu dieser abrupten Entscheidung abgegeben.


Verfolgung: Die Generalstaatsanwaltschaft gab die Verurteilung des ehemaligen Wirtschaftsberaters des Präsidenten, Bayardo Arce, wegen „Geldwäsche und Betrug zum Nachteil des Staates Nicaragua” bekannt. Drei Tage vor dieser Bekanntgabe hatte die Familie von Arce jedoch in der Zeitung El País angeprangert, dass die Regierung keine Anklage gegen ihn erhoben und ihn auch nicht vor Gericht gestellt habe. Die Staatsanwaltschaft behauptete ohne jegliche Beweise, dass ein Prozess stattgefunden habe, obwohl Quellen behaupten, dass Arce seit seiner Festnahme am 28. Juli 2025 in völliger Isolation gehalten worden sei. Der Wirtschaftsberater der nicaraguanischen Präsidentschaft, Bayardo Arce, wurde am 28. Juli wegen mutmaßlichen Korruptionsdelikten festgenommen.

Experten stellen auch die von der Regierung vorgelegten Daten zu seinem Fall in Frage. Ihm wird vorgeworfen, rund 5 Milliarden Dollar gewaschen zu haben, eine Summe, die in dem mittelamerikanischen Land beispiellos ist und selbst im Vergleich zu anderen Korruptionsfällen in Lateinamerika unverhältnismäßig hoch sei.


Politische Gefangene: Die nicaraguanische Regierung hat mindestens 24 politische Gefangene freigelassen, nachdem die US-Botschaft in Managua in den sozialen Netzwerken ihre Besorgnis über die Gefangenen zum Ausdruck gebracht hatte. In ihrer offiziellen Erklärung begründete die sandinistische Regierung ihre Entscheidung mit dem 19-jährigen Regierungsjubiläum von Daniel Ortega. Die Freilassungen erfolgten jedoch eine Woche, nachdem die US-Armee auf Befehl von Donald Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gestürzt und entführt hatte. Experten zufolge deutet dies darauf hin, dass Ortega sich Sorgen über die Drohung Trumps und die Möglichkeit macht, dass Mitglieder seiner Regierung ihn verraten und an die USA ausliefern könnten. Allerdings befinden sich 38 weitere politische Gefangene weiterhin in Haft, einige von ihnen seit 10 Jahren.
1. Regional
US-Beziehungen: Die zentralamerikanischen Regierungen reagierten auf die Invasion der USA in Venezuela und auf die Festnahme des Präsidenten Nicolás Maduro. Die Vertreterin El Salvadors in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verurteilte die Regierung von Maduro während einer außerordentlichen Sitzung und erwähnte dabei die US-Regierung nicht. Die guatemaltekische Regierung veröffentlichte eine Erklärung, in der sie ihre Unterstützung für das venezolanische Volk bei seiner „Chance zum Wiederaufbau seiner demokratischen Institutionen” zum Ausdruck brachte und die Narrative der US-Regierung zum Kampf gegen den Drogenhandel wiederholte. Die nicaraguanische Regierung reagierte zurückhaltend und bekundete in ihren Erklärungen ihre Unterstützung für die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, vermied jedoch die übliche antiimperialistische Rhetorik. Gleichzeitig verstärkte das Präsidentenpaar aus Angst nach der Festnahme seines wichtigsten lateinamerikanischen Verbündeten die Sicherheitsvorkehrungen rund um ihr Büro und ihre Residenz. Nur die scheidende Regierung von Xiomara Castro in Honduras verurteilte die Maßnahmen der USA direkt und scharf als „militärische Aggression“ und „Einmischung“ und verglich sie mit der Intervention von Donald Trump während der Präsidentschaftswahlen im November 2025.
Dokumentarfilm: Im April 2026 kommt der Film The Gospel of Revolution vom belgischen Regisseurs François-Xavier Drouet in deutsche Kinos. Die Dokumentation erzählt die Geschichte der Befreiungstheologie in Lateinamerika anhand der Erfahrungen eines belgischen Pastors, der in der zentralamerikanischen Region kämpfte. Er zeigt unter anderem die Geschichten revolutionärer Bewegungen in Nicaragua und El Salvador. Hier zum Trailer.

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