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BITCOIN-NATION EL SALVADOR

Aufhebung der Staatlichkeit, Teil 1

Von Kryptowährung und Aushöhlung der Demokratie
Die alten oligarchischen Modelle Mittelamerikas bieten der jungen Bevölkerung keine soziale Perspektive mehr. Außer der illegalen und von tödlicher Gewalt geprägten Drogenökonomie sind kaum lukrative Beschäftigungsmöglichkeiten in Sicht. Massenauswanderung ist die Folge. Vor diesem Hintergrund werden mit Hilfe weltweit aktiver Internetmilliardäre Experimente initiiert, die El Salvador und Honduras vorbei an den jeweiligen staatlichen Institutionen direkt in den Weltmarkt integrieren sollen. Dies würde, quasi als Nebeneffekt, Parlamente und Gerichte aushebeln. In El Salvador ließ Präsident Bukele im September 2021 die Kryptowährung Bitcoin neben dem US-Dollar als zweites gesetzliches Zahlungsmittel einführen. Der Staat investierte selbst in den hochspekulativen Bitcoin. Im Land stieß dies auf viel Kritik. Woran entzündete sie sich? Welche Chancen & Risiken bietet die Einführung des Bitcoin als Parallelwährung? Wie reagiert die Bevölkerung? Warum lehnt sich der autoritär regierende Präsident in dieser Frage so weit aus dem Fenster?

Christian Ambrosius ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Lateinamerika-Institut (ZI) der Freien Universität Berlin