
Nicaragua im Januar 2026
Nach 2 Jahren bin ich nochmal in meine zweite Heimat zurückgekehrt.
Die Diktatur ist nicht mehr offensichtlich. Wenn man nicht weiß, was in dem Land passiert, erscheint es als eine ganz „normale“ Gesellschaft. Dabei ist sie repressiver als je zuvor.
Auffällig, es fahren fast nur noch neue chinesische Busse in Stadt und Land, große China Malls und China Läden sind allgegenwärtig. Was man nicht sieht, ist der Ausverkauf des Landes an chinesische Minengesellschaften.
Trotz latentem Unbehagen und Wut hat sich der Großteil der Bevölkerung mit der Situation abgefunden und versucht den schwierigen Alltag zu meistern. Über Politik und die Situation im Land wird nicht gesprochen. Unausgesprochen weiß jede*r wohin das führt, es kann Gefängnis zur Folge haben.
Seit Trump und noch mehr nach der US – Intervention in Venezuela ist das Regime kleinlaut geworden, kein Diskurs mehr gegen den US-Imperialismus, die UN soll es richten, gerade die Institution, die das Regime ständig diskreditiert und das Regime aus fast allen UN-Institutionen ausgetreten ist.
Hinter den Kulissen brodelt es umso mehr. Die wirtschaftliche Situation ist instabiler als noch vor einem Jahr. Rosario Murillo, die Ehefrau von Daniel Ortega hat die Entscheidungsbefugnisse zunehmend an sich gerissen und mit einer Säuberungswelle bei den Kadern des historischen Sandinismus begonnen, die vor niemandem Halt macht, auch nicht vor dem Bruder von Ortega. Sie bereitet sich auf den Übergang der Macht nach einem möglichen Tod von Ortega vor.
Und die Oppositionsbewegung…?
All dies und das, was die Teilnehmer*innen sonst interessiert wollen wir diskutieren.