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Die Eigentumsfrage im Fairen Handel

Im Fairen Handel der Zukunft geht es nicht nur um bessere, höhere, fairere Preise für die Produkte der Produzent*innen im globalen Süden, sondern auch um die Herbeiführung einer Veränderung des ganzen Wirtschaftssystems. Wir fragen uns und Euch: Welche Rolle spielen darin die Strukturen und Eigentumsverhältnisse von Fairhandelsbetrieben hier? Wie kann solidarisches Eigentum aussehen und wie viel kapitalistischer Marktlogik ist der Faire Handel unterworfen um überhaupt handeln zu können.
In einer Fishbowl wollen wir diese Frage diskutieren. Und zwar ganz praktisch am Beispiel el rojitos, die nach 35 Jahren Vereinsarbeit neue Wege gehen wollen und die Mitarbeitenden und einen Teil der Solidaritätsbewegung mit ins Boot holen.

Veranstaltung am 29.9.22, 19.00 Uhr, Königstr. 16a, Hamburg
el rojito , Informationsbüro Nicaragua Wuppertal und Mitarbeitendenverein el rojito e.V.

Langtext:

el rojito ist aus der Solidaritätsbewegung mit der nicaraguanischen Revolution hervorgegangen und betreibt alternativen Kaffeehandel mit Produzent*innen, darunter auch Kooperativen in Nicaragua. Das Projekt zeigt ganz praktisch: Gemeineigentum ist möglich! Und es ist viel besser als Privateigentum: Denn die Motivation liegt nicht in der Anhäufung von privatem Vermögen, sondern in der Steigerung des Gemeinwohls – sowohl in den Anbauländern als auch hier, wo der Kaffee getrunken wird. Die aktuell vorherrschende Ideologie, dass nur Privateigentum und Wettbewerb langfristige wirtschaftliche Effektivität und Stabilität ermöglichen, halten wir für falsch.
Dem wird ein neues Modell entgegengesetzt: Mitarbeitende, Verein und Strukturen der Solidaritätsbewegung schließen sich zusammen, um Handels- und Handlungsoptionen jenseits kapitalistischer Strukturen aufzubauen und sich für ein besseres Wirtschaftssystem einzusetzen.

Der Mitarbeitendenverein el rojito ist von Arbeiter*innen der Firma gegründet worden, um allen Kolleg*innen zu ermöglichen, sich als Miteigner an der neu gegründeten el rojito GmbH finanziell und strukturell zu beteiligen. Der Mitarbeitendenverein wird neben seiner Stimmberechtigung bei den Gesellschafterversammlung ein Mitglied des Aufsichtsrats stellen und damit die politische, inhaltliche und betriebswirtschaftliche Ausrichtung der GmbH gemeinsam mit den anderen Eignervereinen beaufsichtigen und gestalten. Alle Mitarbeitenden von el rojito dürfen, müssen aber nicht, Mitglieds des Vereins werden. So kann jede Angestellte und jeder Angestellte bei el rojito Mittbesitzer*in des Betriebes werden, in dem und für den die Arbeit erbracht wird. So sind Teile der Belegschaft nun nicht nur Miteigentümer*innen ihres eigenen Betriebes, sondern haben auch tatkräftig an den Leitlinien, der inhaltlichen und politischen Ausrichtung der neu gegründeten GmbH und ihrer Strukturen mitgearbeitet.

Das Informationsbüro Nicaragua e.V. aus Wuppertal will, als Teil der Solidaritätsbewegung, Öffentlichkeitsarbeit und wirtschaftliches Handeln für gerechtere Süd-Nord-Beziehungen zusammen bringen.

Wir; der Mitarbeitendenverein, el rojito e.V. und das Informationsbüro Nicaragua e.V. freuen uns darauf das Wohl und Weh el rojitos mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen und einen Teil dazu beizutragen, einen gerechteren Welt-Handel auf- und auszubauen.

Die zivilgesellschaftlichen Eigner*innenvereine stehen prinzipiell für interessierte Menschen offen. Außerdem ist die Struktur bewusst so gebaut, dass auch weitere Vereine und Interessensgruppen Anteile an der Gesellschaft übernehmen können. Damit gehört el rojito allen, die sich aktiv und konstruktiv an gerechten Welthandelsstrukturen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen beteiligen wollen.

  • Veranstaltungsform: Präsenz